Was bedeutet eigentlich Fairplay?

Ja, ich bin ein Spieler. Ein richtiger Videospieler. Ein Angehöriger der Gattung Homo Ludens, die sich nicht mit Facebook-Spielen wie Farmville und Co. ihrer Freizeit entledigen oder auf ihrem Smartphone mit Minispielchen das Warten überbrücken. Ich zähle mich selbst zur Gruppe der sogenannten „Core-Gamer“. Darunter sind eben jene Videospieler zusammengefasst, die in aller Regel einen großen Bogen um Casual-Titel wie „Die Sims“ oder „Wii Sports“ machen. Aber Definitionsfragen sollen an dieser Stelle auch gar nicht vertieft werden. Vielmehr möchte ich etwas über die Ignoranz und Platzhirschattitüden der Spieler loswerden, die man tagtäglich auf den Servern rund um den Globus antrifft. In meinem ganz konkreten Fall betrifft das den Titel Battlefield: Bad Company 2.

Ja, ich mag Bad Company 2. Wegen der Möglichkeiten des zerstörbaren Terrains, der Grafik, dem Sound und dem flotten Spielgeschehen. Und weil es nunmal ein Spross der Battlefieldserie ist. Was ich allerdings nicht mag, ist das Verhalten vieler Spieler, die Runde um Runde auf den virtuellen Kampfschauplätzen ihr Bestes geben. Dabei zählt anscheinend allein das Ego. So landet man nicht selten in Teams, die gefühlt rein aus Snipern bestehen – das eigene virtuelle Ich einmal ausgenommen. Bei mir persönlich ist gerade der Sniper die Klasse, mit der ich bislang am wenigsten Punkte gesammelt habe und die für mich auch den geringsten Spielspaß bietet.

Ich stürze mich lieber mit dem Medic ins Getümmel und helfe meinem Team an der Front mit Medipacks und Defibrilator aus. Selbstlos hechte ich übers Schlachtfeld zu meinen verwundeten Kameraden und hole die Sterbenden zurück ins Leben. Das ist Sinn der Klasse, das nennt man Teamplay. Gehe ich aber einmal selbst getroffen zu Boden… Dann ist nur selten jemand zur Stelle, um mich mit einem kontrollierten Stromschlag wieder auf die Beine zu bringen. Ist doch ein anderer Medic zugegen, dann packt dieser den Defi oft genau in dem Moment aus, wenn das gegnerische Team gerade vorrückt und die Kugeln nur so um die Köpfe schwirren.

Doch diese kleinen Makel lassen sich noch verschmerzen, trage ich doch selbst die Schuld an diesem Spielspaßdämpfer. Immerhin spiele ich auf public-Servern in Squads mit Hinz und Kunz. Und nicht zusammen mit meinen Kumpels. Viel schlimmer allerdings, als ein suboptimal funktionierendes Squad, sind Teams, die mal so rein gar nicht ausbalanciert sind. Da treffen Veteranen mit Rang 50 und dicken Clantags auf freispielende Rookies. Wer einmal ein ordentlich funktionierendes Clan-Squad in Aktion gesehen hat, der weiß, dass man nicht mit Spatzen gegen Kanonen antreten kann – es fehlt einfach die Balance, die solch einen Kampf spannend und interessant machen würde. Naheliegendste Lösung sollte also sein: man tauscht einfach mal fröhlich durch und macht so die Teams ausgeglichener, das Match für beide Teams fordernder. Leider funktioniert das so gut, wie die Frauenquote in DAX-Unternehmen: Überhaupt nicht. Alles was im Spiel zählt, ist der Sieg. Fairness, Balance – überflüssiger Ballast. Wenn sich dann noch Spieler einklinken, die von einem Ende der Map aufs andere einen Abschuss nach dem anderen holen, vergeht schnell die Lust am Spiel. Vielleicht ist das aber nur die Verbitterung eines Spielers, der aus Gründen der Balance und des Fairplays auch ins Verliererteam wechselt.

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