Und EA rudert doch zurück

Wer hätte es für möglich gehalten: Unter dem Druck der Medien bzw. der negativen Berichterstattung über ihre Distributionsplattform Origin hat EA nun die EULA und die Nutzerbedingungen entschärft. Das liebe Verantwortliche bei EA, ist definitiv ein Schritt in die richtige Richung. Denn die wenigsten von uns Spielern sind so versessen auf einen Titel, dass wir uns im übertragenen Sinne nackig dafür machen würden. Jetzt muss die Software noch dahingehend entschärft werden, dass sie sich nicht mehr wie Spyware verhält und selbständig den Rechner abscannt. Denn genau das ist der große Aufreger im Netz und unter den (potenziellen) Käufern von Battlefield 3 oder dem Fußball Manager 12. Kein Wunder also, dass Battlefield 3 allein auf amazon.de über 2.000 Bewertungen erhalten hat (davon knapp 1.900 Mal die Minimalwertung) und dort auf eine magere und eher peinliche Durchschnittswertung von 1,5 von 5 möglichen Sternen kommt.

Nun frage ich mich, liebe Presse und liebe Spieler, wieso ihr euch in diesem Maße nicht vor Veröffentlichung von Battlefield 3 aufgeregt habt. Denn dass künftige Titel von EA an Origin gebunden werden würden und dass Battlefield 3 als Zugpferd für die EA’sche Distributionsplattform herhalten müsste, das stand bereits seit einigen Monaten fest. Ebenso wie EULA und Nutzerbedingungen der Software. Statt explizit darauf hinzuweisen oder diesen Umstand breiter in der Öffentlichkeit zu diskutieren, hat man sich auf das eigentliche Thema konzentriert. Welches auch zweifelsohne überragend ist: Das Spiel. Natürlich geht es eben darum primär in der Vorberichterstattung, aber nicht ausschließlich. Zumindest dann nicht, wenn mit dem Spiel ein Missstand einhergeht, der so nicht stehen bleiben kann und hingenommen werden muss. Zumindest dann nicht, wenn ein Stück Unterhaltungssoftware sich aufgrund der zwingenden Bindung an ein noch zu etablierendes Distributionssystem nicht nur sitten- sondern auch rechtswidrig verhält  – und dies hinlänglich bekannt ist.

Es bleibt zu hoffen, dass EA den Weg der Läuterung weiter beschreitet und Origin massiv entschärft. Wer weiß, vielleicht bricht man auch die Lanze für Steam wieder, die man als Konkurrenzplattform in Sachen Verkauf der eigenen Titel ausgesperrt hatte. Zumal Steam in Sachen Serverauslastung und Serverkapazität über Erfahrungen verfügt, die EA schlichtweg noch fehlen. Denn wenn am Erscheinungstag eines groß angekündigten und lang erwarteten Spiels allein die zwingend notwendige Aktivierung mehrere Stunden dauert, dann sind das für potenziell interessierte Publisher wie Eidos oder Ubisoft weitere Negativschlagzeilen. Denn wer möchte seine Produkte schon über ein System vertreiben, das den Kunden bewusst ausspioniert und das seine Vorteile aufgrund von Unausgereiftheiten verspielt. Kundenzufriedenheit kann so jedenfalls nicht erlangt werden.

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