‚Imbalanced?‘ – ‚Nö, das ist nur der Kopierschutz!‘

Mal ehrlich: Wenn man sich auf dem heutigen PC-Spielemarkt umschaut, wird man von DRM- und Kopierschutzmaßnahmen nur so belagert. Ubisoft bindet seine Titel an den hauseigenen Ubilauncher, der teilweise eine dauerhafte Internetverbindung voraussetzt. Valve hat mit Steam nicht nur die größte und derzeit wichtigste Online-Vertriebsplattform auf dem Markt, sondern liefert anderen Publishern gleichzeitig ein ausgeklügeltes Authentifizierungs- und Verifzierungssystem. In diese Höhen strebt auch EA mit der Konkurrenzplattform Origin, die durch unlautere Nutzungsbedingungen und zweifelhafte Scanvorgänge groß in den Schlagzeilen stand.

Immer neue und ausgeklügeltere Maßnahmen werden von den Spieleschaffenden erdacht, um nur denjenigen Spielspaß zu gönnen, die dafür bezahlt haben. Das ist nur gerecht, die Leute hinter den Spielen müssen nunmal auch ihre Mieten und ihr Essen bezahlen. Allerdings ist es für den ehrlichen Käufern eine Zumutung, wenn Kopierschutzmaßnahmen die Frameraten extrem drücken, wie es bei der Releaseversion von „The Witcher 2″ der Fall gewesen ist. Oder wenn nur gespielt werden kann, solange eine Onlineverbindung besteht – wie es bei einigen Titeln aus dem Hause Ubisoft der Fall ist.

Eine ganz andere Art des Kopierschutzes haben die Entwickler von Croteam in ihr jüngstes Werk, Serious Sam 3: B(attle) F(or) E(arth) einfließen lassen. Dort werden Raubkopierer damit bestraft, dass sich ein unbesiegbarer Riesenskorpion auf Speed an ihre Fersen heftet und so dem Spielspaß einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht. Wie jeder andere Kopierschutz, so dürfte auch dieser nur eine geringe Halbwertszeit besitzen. Dennoch zeigt die Implementierung eines unkaputtbaren Übergegners auf der Jagd nach Raupkopierern deutlich, mit welchem Witz ein Entwicklerstudio dem sehr ernsten Thema begegnen kann. Ich würde es jedenfalls begrüßen, wenn ich mich über Spieler lustig machen kann, die Toptitel wie“ The Elder Scrolls V: Skyrim“ nicht vernünftig spielen können, weil sie statt Waffen lediglich Blümchen finden und kaufen können. Oder wenn in „Batman: Arkham City“ der dunkle Ritter plötzlich pazifistische Züge aufweist und Auseinandersetzungen mit Arkham-Insassen meditierenderweise aus dem Weg geht. Solche Elemente würden in jedem Fall einen besseren Kaufanreiz für Raubkopierer bieten, als es derzeit mit den etablierten Maßnahmen der Fall ist. Außerdem bleiben Käufer von unliebsamen Nebenwirkungen bedingt durch Kopierschutz oder DRM so verschont. Eine Win-Win-Situation sozusagen. Und lustige PR obendrein.

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